Projektbeschreibung – SICHT:WEISE

– Projektträger: LASSA e.V. und Kooperationspartner*innen im ländlichen Raum
– Projektträger in der Hauptkoordination: Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller
Zentren im Land Sachsen-Anhalt e.V. (LASSA)
– Verortung: Halberstadt, Soziokulturelles Zentrum ZORA e.V.

ECHO. RÄUME DER SOZIOKULTUR ist ein Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft
soziokultureller Zentren Sachsen-Anhalt e.V. (LASSA) in Kooperation mit Partnerinnen und
Partnern im ländlichen Raum.
Der Projektstandort Halberstadt ist im Soziokulturellen Zentrum ZORA e.V. verortet.
Im Rahmen dieses Projekts eröffnet das Format SICHT:WEISE jungen und älteren Frauen die
Möglichkeit, sich künstlerisch mit biografischen Themen, Rollenbildern und
Erinnerungskulturen auseinanderzusetzen. In Collagen, Siebdrucken und Performances
entstehen Arbeiten, die persönliche Erfahrungen aufgreifen und neue Perspektiven sichtbar
machen. Die künstlerische Praxis schafft Räume für Reflexion, Ausdruck und Austausch
jenseits klassischer Zuschreibungen.
Angeleitet wird das Projekt von der freischaffenden Künstlerin Ilka Leukefeld. Mit ihrer
langjährigen Erfahrung in der Konzeption und Durchführung künstlerischer Workshops
bringt sie vielfältige Methoden und Zugänge in die Arbeit ein. Sie unterstützt die
Teilnehmerinnen dabei, eigene Perspektiven und Erfahrungen auf individuelle und mitunter
ungewohnte Weise zu erkunden und gestalterisch umzusetzen.
Im Zentrum stehen partizipative Prozesse, die sowohl die individuelle Kreativität stärken als
auch gemeinschaftliche Erfahrungen und soziale Vernetzung fördern. In einem offenen
Arbeitsumfeld entstehen Räume für experimentelles Arbeiten, die Reflexion der eigenen
Biografie sowie für einen Dialog, der über sprachlichen Austausch hinausgeht.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit Frauenthemen bildet den inhaltlichen
Schwerpunkt von SICHT:WEISE. In generationenübergreifenden Workshops entwickeln die
Teilnehmerinnen Arbeiten, die unterschiedliche Perspektiven auf Rollenbilder, Körper,
Biografien und gesellschaftliche Erwartungen eröffnen. Dabei wird sichtbar, wie Frauen in
Vergangenheit und Gegenwart handeln, gestalten und sich positionieren.
Die einzelnen künstlerischen Techniken bieten unterschiedliche Zugänge: Der Siebdruck
ermöglicht ein experimentelles Arbeiten mit Bild- und Textmotiven und eröffnet Wege,
gesellschaftliche Normen sichtbar zu machen und neue Narrative zu entwickeln. In
performativen Formaten setzen sich die Teilnehmerinnen körperlich und expressiv mit
weiblichen Lebensrealitäten auseinander und schaffen Räume für Begegnung und
kollektives Erleben. Collagen verbinden unterschiedliche Materialien und Medien und
dienen als Reflexionsflächen für persönliche und gesellschaftliche Fragestellungen.
So entsteht mit SICHT:WEISE ein lebendiger Raum für kreative Selbstermächtigung,
kulturelle Bildung und kritische Reflexion. Kunst, soziale Teilhabe und individuelle
Ausdrucksformen werden miteinander verbunden und in einen gemeinsamen Kontext
gestellt.
Die im Projekt entstandenen Arbeiten werden abschließend in einer Ausstellung
präsentiert. Diese macht sowohl die künstlerischen Ergebnisse als auch die Prozesse ihrer
Entstehung sichtbar. Siebdrucke werden unter anderem als großformatige Poster und
textile Arbeiten gezeigt und prägen den Ausstellungsraum visuell. Collagen erscheinen als
Wandinstallationen und werden durch fotografische, textliche und materielle Elemente
ergänzt, die individuelle und kollektive Auseinandersetzungen nachvollziehbar machen.
Video- und Audioaufnahmen dokumentieren die performativen Arbeiten und vermitteln
deren körperliche und zeitliche Dimension. Ergänzend können Live-Performances oder
performative Lesungen stattfinden, die den dialogischen Charakter des Projekts in den
Ausstellungsraum erweitern.
Auf diese Weise wird SICHT:WEISE nicht nur als Ausstellung erfahrbar, sondern als offener
Raum für Begegnung, Diskussion und künstlerische Impulse, der zur Auseinandersetzung
mit Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Strukturen anregt.