Nachruf auf Esther Bejarano


 

 

Mit großem Bestürzen ereilte uns die Nachricht vom Ableben Esther Bejaranos am 10. Juli 2021. 

„Auschwitz-Überlebende in aller Welt beklagen den Tod ihrer wunderbaren Freundin, Leidensgenossin und Weggefährtin, der großen Zeitzeugin Esther Bejarano, die in ihrem 97. Lebensjahr in Hamburg gestorben ist und über viele Jahre im Internationalen Auschwitz Komitee engagiert war“, erklärte Christoph Heubner; der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees.

Noch im Frühjahr erzählte die Friedensaktivistin und Antifaschistin den Teilnehmer*innen unseres Zeitzeugengesprächs, was sie während des Holocaust erleben musste. 

Eindringlich unaufdringlich sprach sie von den Gräueltaten der Nazis an ihrer Familie und ihr selbst, erklärte den vorwiegend jugendlichen Teilnehmer*innen, was sie antreibt, auch im hohen Alter noch solche Veranstaltungen zu besuchen. 

Ihre Lebensgeschichte, ihr Kampf gegen Rassisten und Faschisten, den sie bis zum Schluss gekämpft hat, ist nicht nur beeindruckend, sondern sollte ein Handlungsaufruf an uns alle sein. Sie setzte sich nicht nur gegen Antisemitismus ein, sondern allgemein gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Ungerechtigkeiten, machte sich für Flüchtlinge stark und trotzte dabei allen Angriffen von Rechts. 

Unmenschlich und inakzeptabel – Worte, die sie nicht nur gegenüber den Neonazis gebrauchte sondern auch gegenüber der gesamten europäischen Asylpolitik. Erfuhr sie Vertreibung und Verfolgung doch am eigenen Leibe.

„Nie wieder Auschwitz“ – dieses Bekenntnis war für Esther Bejarano Voraussetzung dafür, wieder in Deutschland leben zu können. Durch ihren Aktivismus, ihre unermüdliche Energie und ihren Mut, sorgte sie selbst dafür, dass dieser Ausspruch keine leere Worthülse blieb. 

Wir verneigen uns vor Esther Bejarano! Ihr Erbe ist unser Auftrag!

das Team der ZORA

 

(c) imago images

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